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Proforest

Ansprechperson
Markus Stalder Markus Stalder

Leiter Geschäftsbereich Eiweisse

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Proforest - nachhaltig produzierte und zertifizierte Sojaprodukte der fenaco



An dieser Stelle berichten wir in lockerer Folge über diesbezügliche Neuigkeiten im Schweizer Markt.


fenaco steht einem nachhaltigen Sojaanbau in Brasilien, wie er in den Basler Kriterien definiert ist, positiv gegenüber. fenaco unterstützt das Projekt, indem sie dem Import von nachhaltig produziertem und entsprechend zertifiziertem Soja den Vorzug gibt, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit der nachgelagerten Stufen (z.B. Mischfutterhersteller, Tierhalter) aus den Augen zu verlieren.

  • 31. Mai 2011
    Mitarbeiter der fenaco besuchten Mitte Mai Brasilien. Hier deren Erkenntnisse zu GVO und zur Nachhaltigkeit:

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Das würde für 2015/2016 heissen ca. 70 Mio. Tonnen GVO-Soja und noch 5-6 Mio. Tonnen GVO-freies Soja pro Jahr.

Unsere Kontakte haben gezeigt, dass vor allem Gross-Farmen in Goias und Mato Grosso nach wie vor bereit sind, GVO-freies Soja anzupflanzen. Voraussetzung ist, dass Aufwand und Ertrag mit anderen Kulturen (z.B. GVO-Soja, Mais) zu konkurrieren vermag. Nicht zu vergessen sind die zusätzlichen Kosten für die Separierung bei Lagerung und Transport und für die Analytik. Geht diese Gesamtrechnung für Produzent und Kunde auf, so ist bei uns eine GVO-freie Fütterung - zumindest aus Sicht Soja - auch weiterhin möglich.

Die oben beschriebene Zunahme der GVO-Fläche ruft nach immer komplexeren Sicherheits-Massnahmen bei der Lagerung und beim Transport von GVO-freiem Soja. Die Vorgaben der fenaco an die Lieferanten und unser eigenes kompromissloses Monitoring vermochten bis heute eine "Einschleppung" von GVO-Ware in die Schweiz zu verhindern. Mit anderen Worten: Glauben ist gut - kontrollieren ist besser.

Projekt Nachhaltigkeit
An dieser Stelle schon oft erwähnt: Brasilien ist ein grosses Land (800 Mio. ha). Zusammen mit einer teilweisen unklaren Gesetzeslage ist es daher für "temporäre" Besucher fast unmöglich, sich ein Bild über die tatsächlichen ökologischen

Folgen des Sojaanbaus in Brasilien zu machen. Wir stellten fest, dass der vor ein paar Jahren ins Leben gerufene RTRS (round table for responsible soy) auf wackeligen Füssen steht. Dies, weil die Interessen
  • der Regierung (Brasilien will grösster Agrarexporteur der Welt werden)
  • der Produzenten (wollen keine substanziellen Produktions-Nachteile in Kauf nehmen)
  • der NGO’s (wollen Ökologie vor Ökonomie)
ganz einfach zu unterschiedlich sind.

Unser Eindruck Vorort war, dass die heute bestehende Zertifizierung für nachhaltiges Soja - z.B. Ware der fenaco Marke Proforest - nur in Kombination mit GVO-Freiheit Bestand haben wird. Es sind heute vor allem die vermeintlich "bösen" Grossfarmer, welche aufgrund ihrer modernen Infrastruktur und wohl auch aufgrund ihrer finanziellen Stabilität die Zeichen der Zeit erkennen und nebst GVO-Freiheit auch einen nachhaltigen Anbau garantieren können. Beim GVO-Soja als Massenware, welches zu zig Millionen Tonnen z.B. nach China verschifft wird, steht weniger eine Nachhaltigkeitszertifizierung, als vielmehr eine Produktionsmaximierung im Vordergrund.

Das in der Schweiz von verschiedenen Firmen und Organisationen gegründete Netzwerk für nachhaltig produziertes Soja geht ohne jeden Zweifel den richtigen Weg - Brasilien zu missionieren vermag es hingegen nicht.
  • 27. April 2011
    fenaco nimmt anfangs Mai an einer internationalen Konferenz zur gentechnik-freien brasilianischen Landwirtschaft in Sao Paulo teil. fenaco unterstreicht damit ihr hoher Interesse am "Wie geht es weiter in Brasilien".

    Gleichzeitig werden 2 brasialinische Oelmühlen auditiert, welche gemäss den Basler Kriterien zertifizierte Sojaprodukte an die fenaco liefern.


    18. Januar 2011
    Schweizer Netzwerk nachhaltig produziertes Soja
    fenaco ist Gründungsmitglied


    Im Beitrag vom 9. November 2010 (siehe weiter unten auf dieser Seite) haben wir Sie erstmals über das Schweizer Netzwerk für nachhaltig produziertes Soja informiert.
    Heute können wir Ihnen mitteilen, dass die fenaco zusammen mit anderen wichtigen Organisationen der Produktionskette (Coop, Migros, Sojaimporteure, Bauernverband, Suisseporcs, IP-Suisse, WWF, Biosuisse) zu den Gründungsmitgliedern des Netzwerkes gehört.
    Die entsprechenden Dokumente wurden Ende Dezember 2010 unterzeichnet.
    Mit der Teilnahme am Netzwerk verpflichtet sich die fenaco zur aktiven Mitarbeit, damit das Netzwerk-Ziel (90% nachhaltig produziertes und entsprechend zertifiziertes Soja bis Ende 2014) erreicht werden kann.
    Im Juni 2006 (siehe weiter unten auf dieser Seite) war es fenaco, welche als erste Firma eine Schiffsladung von 1200 to Sojaschrot der Marke Proforest® mit Nachhaltigkeitszertifikat nach Europa, bzw. nach der Schweiz brachte.
    Seither sind viele Diskussionen über Sinn und Unsinn einer solchen Zertifizierung geführt worden. Auch wenn noch viele Fragen einer Antwort bedürfen, so darf der heutige Zusammenschluss von Firmen und Organisationen, welche in dieser Sache dieselben Ziele verfolgen, als Erfolg gewertet werden. Dies nach dem Motto „lieber mit einer 80%-Lösung beginnen, als bis zum St.Nimmerleinstag auf eine 100%-Lösung warten“.
    Die fenaco freut sich, bei der Beschaffung von GVO-freiem und nachhaltig produziertem Soja auch weiterhin an vorderster Front für Sie tätig sein zu dürfen.
  • 9. November 2010
    Schweizer Netzwerk nachhaltig produziertes Soja

    Möglicherweise haben Sie bereits anderweitig von den Bemühungen gehört, in der Schweiz ein Netzwerk zugunsten von nachhaltig produziertem Soja zu gründen. Es ist dies eine lose Vereinigung von Firmen oder Organisationen, welche sich aktiv dafür einsetzen wollen, dass bis Ende 2014 mindestens 90% des in die Schweiz importierten Soja gemäss gewissen Nachhaltigkeitsstandards** produziert und zertifiziert wurde.

    Dem Netzwerk kann jede Firma oder Organisation beitreten, welche in irgendeiner Form in der Sojakette involviert ist, bzw. welche die Bestrebungen zugunsten einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Soja-Produktion unterstützen will. Seit vergangenem April haben an der Ausarbeitung eines entsprechenden Grundlagenpapiers vor allem die Gross-verteiler, der Bauernverband, einzelne Tierhalterorganisationen, die IP-Suisse, der WWF und einige Sojaimporteure (u.a. fenaco) mitgearbeitet. Es ist das Ziel, ein entsprechendes Dokument bis Ende Jahr verabschieden und unterzeichnen zu können.

    ** die Nachhaltigkeitsstandards befassen sich mit Fragen wie dem Schutz des Regenwaldes, der Vermeidung von Kinder- und Sklavenarbeit, einem geordneten Dünger-, Pestizid- und Wasserhaushalt, der Förderung von Landbesitz etc.


    Für GVO-interessierte Leser:
    Unter
    http://www.traceconsult.ch/images/stories/pdf/tc_publications/gmsoy_sust_respons_full_ger_v2.pdf (in deutsch) und unter
    http://www.traceconsult.ch/images/stories/pdf/tc_publications/gmsoy_sust_respons_full_fre_v1.pdf (in französisch)…..
    …finden Sie einen umfangreichen Bericht, woraus zu entnehmen ist, dass der Anbau von GVO-Soja auch Schattenseiten hat, und insbesondere die mit grossflächigem round-up-Einsatz verbundene Unkrautresistenz mehr und mehr zum Problem werden kann.
    Der Bericht stammt von Wissenschaftern jeglichen Couleurs, jedoch ohne Mitwirkung, bzw. ohne Pro-Argumente der involvierten GVO-Saatgutindustrie.
  • 6. April 2010
    GVO-Sicherheit/GVO-Analysen - erweitertes Monitoring bei fenaco

    Eine 100%-ige Sicherheit, keine GVO-Ware zu importieren gibt es nicht. Mit einem angepassten Monitoring kann man jedoch die Wahrscheinlichkeit eines solchen „Unfalles“ minimieren.
    Aus diesem Grund wird fenaco ab 1. Mai 2010 alle Sojaprodukte vor der Freigabe an die Kunden mit PCR-Analysen auf

    - Round-up-ready-Soja 1 von Monsanto = bestehende Analyse (quantitativ)
    - Round-up-ready-Soja 2 von Monsanto = neue Analyse (qualitativ)
    - Liberty Link-Soja von Bayer = neue Analyse (qualitativ)

    untersuchen lassen. Es handelt sich dabei um die 3 Sorten, welche in der EU zur Verfütterung zugelassenen sind.

    Diese Verbreiterung des Monitorings auf neu 3 Sorten ist zwar aufwändig. Auf der andern Seite tragen wir mit dieser Massnahme der aktuellen Entwicklung im GVO-Bereich Rechnung, und wir versuchen damit der Verantwortung gegenüber unseren Kunden gerecht zu werden.



    7. September 2009
    Warum Import von Soja aus dem Schwellenland Brasilien ?

    Soja wird zur Zeit hauptsächlich in USA (ca. 80-90 Mio Tonnen pro Jahr), Argentinien (ca. 35-40 Mio Tonnen) und Brasilien (50-60 Mio Tonnen) geerntet. Weitere namhafte Produzenten sind Paraguay, Indien, China.

    Während der GVO-Anbau in den USA mittlerweile 85-90%, und in Argentinien 99% beträgt, so bewegt sich dieser in Brasilien immer noch auf ca. 60%.

    Zur Zeit ist Brasilien somit das einzige Land, von wo GVO-freies Soja
    a) regelmässig
    b) in guter Qualität und in genügender Menge
    c) zu vertretbarer GVO-Freiheits-Prämie (zur Zeit etwa Fr. 3.00 per 100 kg)
    gekauft werden kann.

    Die Schweiz wird deshalb, zumindest solange die Labelprodukte von Coop und Migros, sowie suissegarantie etc. eine GVO-freie Fütterung verlangen, auf GVO-freie Ware aus Brasilien angewiesen sein.


    Brasilien / Regenwald / Sklavenarbeit - wo bleibt das ökologische und soziale Gewissen?

    Diese Frage ist sehr wohl berechtigt. Die Themen „Regenwald und Sklavenarbeit“ beschäftigen uns daher schon seit geraumer Zeit und waren denn auch die Hauptgründe, weshalb fenaco im Jahr 2006 begonnen hat, Soja zu beschaffen, welches diesen Aspekten Rechnung trägt.
  • Heute importiert fenaco praktisch 100% unter 2 verschiedenen Nachhaltigkeits-Zertifikaten, nämlich
  • Proforest ca. 65 % gemäss Basler Kriterien, das heisst unter unserer Marke Proforest
  • FEMAS und

    ca. 35 % unter der Zertifizierung FEMAS1).


    1) gemäss den laufenden Vorgaben des Round Table for Responsible Soy (Anbau-Moratorium und Forest Code) und ergänzt mit Bestimmungen zu Sklavenarbeit, Landbesitz etc. und unter Mitwirkung des British Retail Consortium (BRC).



  • 22. Januar 2009
    GVO-Freiheit und Nachhaltigkeit - ein Verbund ?

    Auf den ersten Blick haben GVO-Freiheit und eine nachhaltige Produktion nichts miteinander zu tun. Auch ein Farmer, welcher GVO-Bohnen anpflanzt, kann nachhaltig und verantwortungsvoll wirtschaften.

    In der Praxis ist es aber heute so, dass Sojabohnen und Sojaschrot mit einem Nachhaltig-keitszertifikat (z.B. die Marke Proforest) untrennbar mit GVO-Freiheit verbunden sind.

    Nur weil nachhaltig produziertes Soja die Logistik von GVO-freiem Soja mitbenützen kann, ist so ein Angebot überhaupt möglich, bezahlbar und glaubwürdig.

    GVO-freies Soja gibt es in Brasilien nach wie vor. Die Prämie für GVO-freie Ware wird für die Kampagne 2009/2010 ca. Fr. 4.00 per 100 kg betragen (gegenüber ca. Fr. 2.50 in der laufenden Periode).
    Diese Erhöhung wurde nötig, um den Bauern in Brasilien vermeintliche Mindererträge, bzw. Mehrkosten beim GVO-freien Anbau zu kompensieren. Das Angebot an GVO-freien Sojaprodukten ist in den vergangenen Monaten nicht kleiner geworden. Wer GVO-freies Soja wirklich kaufen will, bekommt es.

    Aehnlich ist es bei Soja mit Nachhaltigkeitszertifikat. Aktivitäten von NGO’s und Gross-verteilern in verschiedenen europäischen Ländern halten das Thema aktuell. Wer Soja mit Nachhaltigkeitszertifikat wirklich kaufen will, bekommt es.

    Proforest-Soja bleibt deshalb nach wie vor zu unverändert konkurrenzfähigen Preisen ein wichtiger Bestandteil unsers Soja-Sortimentes.
  • 17. Oktober 2008
    Aktuelle GVO-Situation in Brasilien
    Der Anbau von gentechnisch verändertem Soja wird in Brasilien auch in der aktuellen Aussaatperiode weiter zunehmen. Nebst der Separierung bei Lagerung, Verarbeitung und Transport ist auch die Bereitstellung von genügend „reinem“, gentechnisch nicht verändertem Saatgut zu einer echten Herausforderung geworden.
    Die in Europa zu bezahlenden Prämien für gentechnisch nicht verändertes Sojaschrot werden für 2009/2010 wie angekündigt Fr. 4.00 bis Fr. 5.00 per 100 kg betragen.


    Aktuelle Situation Proforest-Soja
    Eine sozial- und umweltverträgliche Sojaproduktion in Brasilien wird nicht nur in der Schweiz thematisiert. Auch internationale Nahrungsmittelkonzerne befassen sich mit der Thematik.
    fenaco bietet nach wie vor Sojaschrot unter der Marke ‚Proforest’ an, welches den strengen Anforderungen der sogenannten Basler-Kriterien genügt. Die Preiskonstellation ist so, dass die Konkurrenzfähigkeit zu „gewöhnlichem“ Sojaschrot in jedem Fall gewahrt bleibt.
  • 9. April 2008
    Aktuelle GVO-Situation in Brasilien

    In Brasilien gibt es nach wie vor genügend GVO-freie Sojabohnen. Das Problem ist eine seriöse Separierung während der Ernte, des Transportes und der Verarbeitung. Deshalb ist die Prämie, welche für GVO-Freiheit bezahlt werden muss, im Steigen begriffen. Gemäss brasilianischen Fachleuten wird dieser Mehrbetrag für die Kampagne 2009/2010 vermutlich zwischen Fr. 4.00 und Fr. 5.00 per 100 kg Sojaschrot liegen.
    Bezüglich der Menge hat fenaco für 2009/2010 bereits erste Gespräche geführt.


    Aktuelle Situation Proforest-Soja
    Zur Zeit verfügen wir über 2 voneinander unabhängige Lieferanten von Proforest-Soja (zertifiziert nach den Basler Kriterien).
    Ein dritter Lieferant verfügt über ein FEMAS-Zertifikat (feed material assurance system), welches die neuesten Anforderungen des BRC (British Retail Consortium) und des RTRS (Round Table for Responsible Soy) erfüllt.
    Mit dieser Konstellation ist gewährleistet, dass der allergrösste Teil der fenaco-Importe dem Nachhaltigkeits-Gedanken zu genügen vermag.



    5. November 2007
    Reisebericht Nordbrasilien - bzw. wie weiter mit nachhaltig produziertem Soja ?

    Der fenaco-Mitarbeiter Paul Klemenz hatte im Oktober Gelegenheit, den Beschaffungsweg der Bohnen im nördlichen Brasilien zu verfolgen. Dieses Gebiet in Richtung Amazonas ist bekanntlich unter spezieller Beobachtung der Naturschützer. Es zeigt sich aber auch dort, dass nicht alles in den gleichen Topf geworfen werden kann.
    In Brasilien ist der Umgang mit dem Wald gesetzlich genau geregelt (Forest Code). Es fehlt aber leider nur allzu oft an der Umsetzung der Vorschriften. Der banalste Grund dazu ist die Grösse des Landes. Die Gesamtfläche beträgt ca. 800 Mio. Hektaren. Davon sind ca. 100 Mio landw. genutzt, ca. 100 Mio sind Gewässer und Naturschutzgebiete, ca. 100 Mio sind besiedelt / Industrie / unbrauchbar, und ca. 500 Mio sind Wald und waldähnliche Gebiete.
    Weitere Gründe für eine mangelhafte Umsetzung der Vorschriften sind auch:


    • fehlende Landtitel und fehlendes Grundbuch vor allem im Norden. Das Land wird wohl oft seit Jahren oder Jahrzehnten vom gleichen Landwirt bewirtschaftet, aber wo genau die Grenzen sind, und ob ihm das Land auch wirklich gehört, ist nirgends exakt festgehalten.

    • fehlendes Kartenmaterial betreffend Parzellierung. Erst neueste Satelliten-aufnahmen machen es überhaupt möglich, eine saubere Ausgangslage zu schaffen, welche Flächen von wem und wann abgeholzt wurden.

    • wenig durchsetzungsfähige Regierungsstellen, Beamtentum, Kompetenz-gerangel.

    • Misstrauen der Landwirte in die Regierung. Man will nicht in vorauseilendem Gehorsam auf das falsche Pferd setzen.



    Es ist zudem ein erklärtes Ziel der Regierung, Brasilien zu einem der grössten Agrar-exporteure der Welt zu machen. Die grossen Exporthäfen an der Ostküste Brasiliens sind an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Man sucht einen neuen Exportkanal via die Amazonashäfen. Das ist mit ein Grund, warum die umstrittene Strasse quer durch den Regenwald, die Transamazonia, auch von offizieller Seite vorangetrieben wird.

    Bundesstaat Mato Grosso: Von dort kommen ca. 20 Mio. Tonnen, oder gut 1/3 der gesamten brasilianischen Sojaernte. Mato Grosso ist endlos gross und flach. Und wenn man das Gefühl hat, flacher gehe es nicht mehr, so wird es nochmals flacher. So flach, bis das Auge in einem Winkel von 180o nichts mehr anderes wahrnimmt als den schnurgeraden Horizont. Das ist Mato Grosso.

    Zuckerrohr – ökologisch und sozialethisch nicht über alle Zweifel erhaben
    Zuckerrohr erlebt einen enormen Boom wegen seiner Verarbeitung zu Bio-Treibstoff.
    Zuckerrohr kann auf 2 Arten geerntet werden. Entweder mit dem Mähdrescher oder von Hand. Der grösste Teil wird von Hand geerntet. Damit die Zuckerrohre von den Arbeitern abgeschnitten werden können, wird zuerst das ganze Feld angezündet, um die dichten Blätter (das „Unterholz“) zu verbrennen. Übrig bleibt der Stengel, welcher beim Brand keinen Schaden nimmt. In der Erntezeit brennen Tag und Nacht ganze Landstriche. Diese Methode ist offiziell noch bis 2012 erlaubt.
    Zum Schneiden der Zuckerrohre werden tausende von einfachsten Arbeitern aus den Agglomerationen geholt, welche mit der sich geographisch gegen Süden verschiebenden Ernte mitziehen.
    Zum Unterschied: Soja-, Mais- und Baumwollkulturen werden zu 100% maschinell bewirtschaftet.

    Die Basler-Kriterien - der einzig richtige Weg ?
    Unser Proforest-Soja ist zertifiziert nach den Basler-Kriterien. Der Hersteller dieser Ware ist zur Zeit ein mittelgrosses Familienunternehmen in Bundesstaat Paranà von Brasilien.
    Parallel dazu laufen die Anstrengungen des ‚Round Table of Responsible Soy“, auch die grossen Multis mit ins „Boot der Nachhaltigkeit“ zu holen.
    Diese Firmen - Bunge, ADM, Cargill - sind ebenfalls bereit, einen verantwortungs-vollen und nachhaltigen Sojaanbau zu unterstützen. Sie stellen sich aber eher gegen eine Zertifizierung nach den Basler Kriterien. Vielmehr unterstützen sie die Bestrebungen des breiter abgestützten „Round Table for Responsible Soy“ und wollen nur im Gleichschritt mit diesem vorwärts gehen. Sie haben deshalb ein entsprechendes Moratorium (kein Soja ab Regenwaldfläche, keine Sklavenarbeit) unterzeichnet. Ausserdem betrachten sie die GVO-Frage gesondert, d.h. sie sind nicht bereit, einen nachhaltigen Anbau und die GVO-Freiheit miteinander zu verflechten.
    Einer unserer Haupt-Lieferanten leitet und koordiniert die Arbeitsgruppen des Round Table. Zusätzlich hat er auf eigene Initiative seine Sojabeschaffung in Mato Grosso gemäss den Round-Table-Grundlagen, bzw. nach dem FEMAS-Standard zertifizieren lassen.
    FEMAS (Feed Materials Assurance Scheme) hat ihren Ursprung in England und ist assoziiert mit AIC (Agricultural Industries Confederation). Der entsprechende Standard zur verantwortungsvollen Beschaffung von Landwirtschaftsgütern, insbesondere von brasil. Sojaprodukten, wurde geschaffen in Zusammenarbeit und auf Verlangen von BRC (British Retail Consortium).
    fenaco wird das Gespräch mit WWF - dem „Besitzer“ der Basler Kriterien - suchen und sich danach überlegen, die Marke Proforest auch für FEMAS-zertifizierte Ware zu öffnen.

    Zu guter Letzt: Die brasilianische Regierung unterhält zusammen mit privaten Organisationen eine Homepage (Laundry List), wo Farmen namentlich aufgeführt werden, welche sich bezgl. Sklaven- und Kinderarbeit nicht an die Vorschriften halten.
    http://www.reporterbrasil.com.br/listasuja/index.php?lingua=en
    ….. danach den gewünschten Bundesstaat eingeben, z.B. ‚Mato Grosso’ u. „Search“.


    19. April 2007
    Aktuelle GVO-Situation in Brasilien

    Der GVO-Anbau in Brasilien dehnt sich tendenziell weiter aus. Wegen der teuren Bekämpfung von mittlerweile round-up-ready-restistenten Unkräutern ist der Mehrerlös beim Anbau von GVO-Pflanzen aber deutlich kleiner geworden.
    Aus unseren bisherigen Beschaffungslinien ist die Belieferung unserer Kunden mit GVO-freiem Sojaschrot bis auf weiteres sichergestellt. Hingegen spüren wir, dass sich einige Anbieter von Ware mit einem GVO-Gehalt < 0,9% (statt < 0,1% oder < 0,3%) aus Sicherheitsgründen vom Markt zurückgezogen haben.

    Aktuelle Situation bei unserer Sojamarke ‚Proforest’
    Wie versprochen offerieren wir Proforest-Soja auch in der Kampagne 2007/2008 zu konkurrenzfähigen Preisen, bzw. nicht teurer als konventionelle Ware. Die Zertifizierung des ganzen Beschaffungsweges durch die Firma Cert-ID ist effizient und bringt uns ein hohes Mass an Vertrauen.


    24. November 2006
    Aktuelle Situation in Brasilien bei nachhaltig produziertem Soja

    In enger Zusammenarbeit mit unserem brasilianischen Lieferanten und unserer Zertifizierungsfirma wird fenaco auch in der Kampagne 07/08 Sojaprodukte der Marke Proforest zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten.

    Parallel dazu hat sich in Brasilien die Diskussion um nachhaltig produziertes Sojaschrot intensiviert. Alle grossen Sojaverarbeiter Brasiliens haben sich in einem Moratorium bereit erklärt, bis auf weiteres auf die Forderung des „Round Table For Sustainable Soy“ (kein Anbau auf abgeholzter Regenwaldfläche, keine Kinderarbeit) einzutreten. Es liegt somit an den einzelnen Herstellern, glaubwürdig aufzuzeigen, welche diesbezüglichen Mass-nahmen sie ergriffen haben, wie diese kontrolliert werden und ob diese der Grundidee der ‚Basler Kriterien’ zu genügen vermögen.

    Im Sinne von agieren statt reagieren setzt sich fenaco dafür ein, dass in der Schweiz ein hoher Anteil nachhaltig produzierter Ware verbraucht wird. Gleichzeitig setzen wir uns aber auch dafür ein, dass für die Mischfutterhersteller und Tierhalter nur praktikable und pragmatische Ideen weiterverfolgt werden. Stichworte hiezu sind z.B. Übergangsfristen, Pflichtlager, Force Majeure etc.
  • 28. Juni 2006

    Am 27. Juni 2006 ist im Basler-Rheinhafen das Motorschiff „Schwelgern“ mit 1200 to nachhaltig produziertem, und erstmals entsprechend zertifiziertem Sojaschrot (Marke Proforest) eingetroffen.

    WWF, Coop und fenaco orientierten am selben Tag anlässlich der von fenaco organisierten Schiffsankunft in einem Medienevent die interessierten Teilnehmer.

    Als Auszug aus der Pressemappe finden Sie hier 4 Graphiken, siehe unten, welche Aufschluss geben, wie bei fenaco nachhaltig produzierte Sojaprodukte in die Schweiz gelangen.
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  • 18. April 2006

    GVO-Situation in Brasilien — wie entscheiden sich die Farmer ?
    Ein Kurzbesuch in Brasilien hat uns gezeigt, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Sojapflanzen (round-up-ready- oder rr-Soja) auch in Brasilien sehr wohl ein Thema ist. Letztlich ist dies auch dort eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Im Bundesstaat Paranà, wo fenaco einen grossen Teil vom GVO-freien Soja bezieht, sind verschiedene Faktoren für den Anbauentscheid ausschlaggebend.
    GVO-freie Sorten bringen einen durchschnittlich 5% (in gewissen Fällen bis 30%) höheren Ertrag. Demgegenüber steht die Tatsache, dass höhere Herbizid- und Spritzkosten anfallen. GVO-freie Sorten müssen durchschnittlich 3 Mal, rr-Soja durchschnittlich 2 Mal gespritzt werden. Der Anbau von rr-Soja geschieht oft nach Weizen, welcher eine überdurchschnittliche Verunkrautung nach sich zieht. Danach kehren die meisten Farmer wieder zu den GVO-freien Sorten zurück. Damit die GVO-freien Sorten im Anbau bleiben, müsste der Farmer eine Prämie von etwa 7 US-Dollar pro Tonne erhalten. Zurzeit bekommt er ungefähr 5 USD, was heisst, dass der von den Kunden zu bezahlende Mehrpreis nochmals leicht steigen dürfte. Diese Prämie macht übrigens 3-4% des eigentlichen Produzentenpreises für die Sojabohnen aus.
    Ob GVO oder GVO-frei hängt aber nicht nur vom Geld ab. Weitere Gründe, wie Klima, Fruchtfolge, Marktlage bei andern Kulturen und auch die persönliche Einstellung des Farmers spielen eine Rolle.

    Die vom fenaco-Lieferanten angewendete Separierung und Rückverfolgbarkeit wird es uns auch in nächster Zeit erlauben, unseren Kunden GVO-freie Sojaprodukte anzubieten.


    Nachhaltiges Sojaschrot — wie funktioniert die Zertifizierung ?

    Ein weiterer Hauptgrund unserer Reise nach Brasilien war, abzuklären, wie es sich mit der angekündigten Zertifizierung von nachhaltig produziertem Soja verhält.
    Zurzeit werden zwischen der Zertifizierungsstelle (Cert-ID) und WWF (Projektgeber) letzte Feinabstimmungen im Zertifizierungsstandard vorgenommen. Danach steht einer Erstzertifizierung nichts mehr im Weg, bzw. wir erwarten die erste, von einem Zertifikat begleitete Ware noch in der ersten Jahreshälfte in Basel.

    Eine solche Zertifizierung löst verständlicherweise auch Fragen aus. Wie geht das vor sich ? Was sind die Kriterien ? Kann man Brasilien vertrauen ?
    Der zur Anwendung gelangende Zertifizierungs-Standard wird 3 Arten von Kriterien unterscheiden:

    Solche, welche ab sofort zwingend erfüllt sein müssen

    Solche, welche mit einem definierten Enddatum erfüllt sein müssen.

    Solche, welche ohne definiertes Enddatum in Entwicklung bleiben.


    Augrund der sehr grossen Anzahl Farmen wird bei der Zertifizierung wie folgt vorgegangen: Mindestens 10% der Farmen werden von Cert-ID selber auditiert. Diese 10% produzieren etwa zwei Drittel der Menge. Für die restlichen Farmen, bzw. für deren Instruktion und Kontrolle sind die technischen Dienste der jeweiligen Kooperativen zuständig. Diese uns Europäern etwas gar „locker“ scheinende Methode ist deshalb vertretbar, weil im südlichen Bundesstaat Paranà eben vieles anders ist als im grossflächigen Norden Brasiliens. Die Farmen im Süden sind überblick-bare Familienbetriebe, mit durchschnittlich 50-100 ha, welche die Kriterien der Nachhaltigkeit mit grosser Wahrscheinlichkeit schon immer erfüllten. Auf diesen Farmen ist der Besitzer noch selber der Chef.

    Mit der Abgabe des Zertifikates werden wir interessierten Kunden Einsicht in den Zertifizierungs-Standard gewähren. Eine (kostenlose) Aushändigung ist aus urheberrechtlichen Gründen jedoch nicht möglich. Im Anhang dieses Briefes finden Sie ein Schema, wo der Weg von den Basler Kriterien bis hin zur Marke ‚Proforest’ graphisch dargestellt ist.